Goldlöckchen & die 3 Bären

Diese Seite wurde 2026 erstellt.

Märchen Puppenhaus

Es war einmal, ... ein Puppenhaus

Und zwar ein kleines Waldhäuschen indem eine dreiköpfige Bärenfamilie wohnte und eines Tages Besuch von einem kleinen neugierigen Mädchen bekam.

Zuerst zeige ich euch den Aufbau des Häuschens, später gehe ich nochmal genauer auf die Geschichte ein. Die Idee zu diesem Themenhaus bekomme ich durch das Püppchen mit den blonden lockigen Haaren. Es passte bisher nicht wirklich in eins meiner Puppenhäuser, doch nun sollte es endlich seinen Platz in meiner kleinen Welt bekommen. Goldlöckchen und die drei Bären, ist ein britisches Märchen aus dem 19. Jahrhundert, erstmals veröffentlicht vom englischen Dichter und Schriftsteller Robert Southey und von mir erzählt in meinem selbstgebastelten Puppenhaus.

Da ich eine genaue Vorstellung des Häuschen habe, indem die 3 Bären wohnen sollen, werde ich es komplett selber bauen. Und zwar wieder mal aus Pappe. Ich habe großen Gefallen gefunden an diesem vielseitigen und leicht zu bearbeitenden Material. Jede nur erdenkliche Form und Größe sind möglich und mit ein wenig Geschick, auch umsetzbar. Das reizt mich sehr, man kann immer wieder Neues ausprobieren. Diesmal habe ich mich an ein gewölbtes Dach herangewagt. Sowas wäre mit Holz undenkbar.

Fensterläden und Haustür schneide ich ebenfalls aus Pappe zurecht. Die Fenstern beschaffe ich mir von einem alten Kunststoff-Puppenhaus. Die kleinen Herzen in den Fensterläden, die ich mit dem Cuttermesser einritze, sind nicht alle hundertprozentig gleich geworden. Mich selber stört das wenig, ich bin mir sicher dass man später ohnehin nicht darauf achtet. Zwischenzeitlich probiere ich kurz aus, wie es später ungefähr aussehen könnte. Bevor ich das Pappmache-Gemisch anbringe, baue ich noch den Außenkamin mit leeren Pappschachteln.

Nachdem das Gemisch aus Zeitungspapier und Tapetenkleister ungefähr 24 Stunden lang angetrocknet ist, beklebe ich den Kamin und den Bogen um die Eingangstür mit runden Steinen, die ich aus Eierkartons zurechtschneide. Diese Pappverpackungen mit ihrer speziellen Textur eignen sich prima zur Nachahmung von Gestein. Das gleiche Verfahren habe ich schon beim Rotkäppchen-Haus angewendet. Anschließend wird das Haus mit Acrylfarbe weiss angemalt.

Aus Pappe schneide ich Streifen für die Holzbalken. Diese werden, zusammen mit den Fenstern,  dunkelbraun gestrichen.

Die Eierkarton-Steine werden ebenfalls sorgsam angemalt und die Balken nach meinem ausgedachten Muster befestigt. 

Aus Ziegeltapete schneide ich kleine unregelmäßige Fetzen aus, die ich an willkürlichen Stellen am Haus anbringe. Damit es später aussieht, als wäre der weiße Putz hier teilweile abgebröckelt, müssen diese Stellen mit einem trockenen Pinsel und etwas dunkelbrauner Farbe drumherum "schmutzig" getupft werden.

Die Fensterläden und die selbstgebaute Haustür bekommen ein schönes Blau verpasst. Die Querteile an den Läden habe ich aus Schaschlik Spießen zurechtgeschnitten. Die Fensterscheiben sind aus Hartplastik Lebensmittelverpackungen.

Bis hierhin gefällt mir das kleine Häuschen der drei Bären schon außerordentlich gut. Es wird Zeit, sich um sein Inneres zu kümmern.

An der Rückseite ist das Häuschen offen. Kamin und Dielen-Boden; beide ebenfalls aus Pappe. Die selbstgebastelten Fensterrahmen gefallen mir weniger, hier kommen gottseitdank später blaue Vorhänge davor. Tapeziert habe ich mit Geschenkpapier. Jetzt fehlen nur noch das Zwischenteil für den ersten Stock und die Dachziegel.

Den Boden vom ersten Stockwerk habe ich mit Pappstreifen ausgelegt. Wenn er später Farbe bekommt wird er noch viel besser aussehen.

Aus Pizza Schachteln schneide ich Dachziegel aus und beklebe das komplette Dach damit. Ganz schön Patchwork-mäßig sieht das Ganze ohne Farbe aus.

Aber nicht lange. Nachdem ich das Dach mit einem dunklen Braun angemalt habe, wird ein trockener Pinsel mit grüner Moos-Farbe leicht über die Ziegel von unten nach oben gezogen.

Ein kleiner Basteltipp: Auf ein vorgefaltetes zurechtgeschnittenes Papierstück klebe ich beidseitig meinen blauen Vorhangstoff. Durch das Papier dazwischen lassen sich die Gardinen jetzt sehr schön in Form bringen. Anschließend werden sie auf einen Schaschlikspieß geklebt, der noch etwas zurechtgestutzt wird um dann über den Fenstern angebracht zu werden. Jetzt sind auch die amateurhaft gebastelten Fensterrahmen erfreulicherweise verdeckt.

Von außen ist es so gut wie fertig. Die Haustür bekommt noch ein kleines Vordach und ein wenig Efeu schlängelt sich an der Fassade entlang.

Dann ist es soweit: Der erste öffentliche Auftritt in freier Natur.

Gekauft für dieses Projekt habe ich einzig und allein die drei Bären. Sie sind von Simba und stammen aus den 70er Jahren.

Alles andere hatte ich bereits oder habe es selbst gebastelt.

Nicht zu heiß, nicht zu kalt. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

Zum Abschluss erzähle ich euch die Geschichte anhand einer kleinen Puppenhaus-Bilderreihe.

Die Handlung dieses Märchens lag ursprünglich auf dem Respekt vor der Privatsphäre anderer, da Goldlöckchen ohne zu fragen in das Haus der Bärenfamilie eindringt. Heute steht eher die Entwicklung des Kindes im Vordergrund: Goldlöckchen probiert aus, welcher Platz im Haus ihr am besten gefällt, der des Vaters, der Mutter oder des Kindes.

Goldlöckchen und die 3 Bären

Eine Bärenfamilie kocht Brei und geht spazieren, während er abkühlt. Ein neugieriges Mädchen namens Goldlöckchen entdeckt das leere Haus der Bären.

Sie geht hinein, bemerkt die drei Schüsseln mit Brei und kostet von jeder. Der erste ist zu heiß, der zweite zu kalt, aber der dritte ist genau richtig und sie isst ihn auf.

Sie setzt sich auf die Stühle: Der erste ist zu groß, der zweite zu weich, aber der dritte ist genau richtig. Doch er bricht und sie stürzt zu Boden.

Vom Essen wird sie müde und will sich auf einem der drei Betten ausruhen. Das erste ist zu hart, das zweite zu weich, aber das dritte ist genau richtig. Sie schläft ein.

Die drei Bären kommen von ihrem Spaziergang zurück, bemerken den Besuch und entdecken Goldlöckchen, die am Ende erschrocken davonläuft.

Die Moral von der Geschicht: Goldlöckchen will von nun an immer brav und nicht mehr so indiskret und vorwitzig sein.

Und wenn sie nicht gestorben sind ... dürfen alle vier ab heute in einem schönen selbstgebauten Puppenhaus glücklich und zufrieden für immer bleiben.

Goldlöckchen und die 3 Bären Puppenhaus

Es war einmal, ein Gästeeintrag

Kommentare: 6
  • #6

    Denise (Donnerstag, 28 Mai 2026 09:11)

    Grandios!!������

  • #5

    Jutta (Dienstag, 26 Mai 2026 08:10)

    Eine sehr gelungene, technisch und gestalterisch wunderschöne Umsetzung der mir auch völlig unbekannten Geschichte. Es gefällt mir super gut.
    Ganz liebe Grüße.

  • #4

    Jacqueline (Montag, 25 Mai 2026 03:14)

    Liebe Antje,
    Sie glauben ja gar nicht, wie schön es ist, so viel Freude und Dankbarkeit zu ernten. Die 3 Bären in ihren orange-blauen Kostümen hatten es mir von Anfang an angetan und auch ich hätte keine geeigneteren Einwohner für mein Bärenhaus finden können. Es ist einfach so schön, altes vergessenes Spielzeug wiederbeleben zu können. Wenn ich mir vorstelle dass die meisten dieser alten süßen Simba Figuren einfach entsorgt wurden, bin ich rundum zufrieden bei der Vorstellung, wenigstens diese 3 davor gerettet zu haben.

  • #3

    Antje Köhler (Sonntag, 24 Mai 2026 13:25)

    Wunder-Wunder-Wunderschön. Wir sind absolut stolz, dass unsere alten Bärchen ein so tolles neues Zuhause gefunden haben. Sie hätten es niemals besser treffen können. Wir wünschten, die verstorbene Mama/ Oma könnte das noch sehen. Ihnen ganz lieben Dank, dass Sie mit so viel Hingabe, Fleiß und Kreativität solche Traumwelten erschaffen. Wir wünschten, es wäre nicht so weit von uns bis zu Ihnen, sonst würden wir persönlich vorbeikommen. Ihnen alles erdenklich Gute und weiterhin so tolle Ideen.

  • #2

    Jacqueline (Sonntag, 24 Mai 2026 05:27)

    Liebe Silke und an alle anderen, die mitgeraten haben:
    Mein Hinweis: "Sehr kalt ist er nicht, aber richtig heiß auch nicht" sollte auf den Brei hinweisen, den Goldlöckchen den Bären wegisst. Tatsächlich ist dieses Märchen hierzulande weniger populär und ich habe gemerkt, dass die wenigsten von euch es überhaupt kennen. Nichts desto trotz bin ich zuversichtlich, dass das Projekt euch trotzdem gefällt.

  • #1

    Silke (Freitag, 22 Mai 2026 13:12)

    Liebe Jacqueline,
    na das ist ja wieder mal eine Leistung!
    Nun gibt es nicht nur ein fertiges Projekt und die Bastelanleitung dazu, sondern ein ganzes Drehbuch. Jetzt verstehe ich auch deinen Kommentar, dass mein Tip weder kalt noch heiss wäre, weil es dem Märchen Schneewittchen ähnelt. Deine englische Geschichte hat bestimmt einen positiven, erzieherischen Einfluss, ich kannte sie bisher noch nicht. Die handwerkliche Umsetzung der Geschichte ist dir wirklich geglückt und eine weitere Bereicherung hier in "unserem" Forum. Ich bin gespannt auf deine nächsten Ideen und freue mich schon auf's raten. .....Vielen lieben Dank für deine ausführliche Beschreibung des süßen Märchens.!
    Herzliche Grüße
    Silke