Diese Seite wurde 2024 erstellt.
(ganz weit unten auf dieser Seite gibt es einen weiteren Streich)
Mal wieder eine Art Themen-Puppenhaus zu bauen überkam mich vor einigen Wochen als ich auf dem Dachboden ein altes Puppenhaus wieder finde, welches wir einmal für die Kinder auf einem Flohmarkt erworben haben. Mein Plan ist es, das Haus der Witwe Bolte aus den Erzählungen der beiden Lausbuben Max und Moritz von Wilhelm Busch, nachzubauen. Dieses illustrierte Häuschen mit seinen zwei Ebenen sieht ja ohnehin schon aus wie ein Puppenhaus durch seine geöffnete Vorderseite.
Hier werde ich den zweiten Streich von Max und Moritz und wie sie die gebratenen Hühnchen durch den Schornstein stibitzen, darstellen. Und wie genau ich das mache, könnt ihr euch im Detail auf dieser Seite ansehen.
Zu Beginn sehe ich mir das Original-Bild und die Form des Hauses der Witwe Bolte genau an. Das Erdgeschoss besteht aus einem Gewölbekeller der mit einer leicht gerundeten Treppe verbunden ist, die in den ersten Stock führt. Die obere Etage ist etwas schmaler, dort befindet sich der große Herd auf dem die Hühner in der Pfanne schmoren. Es gibt nicht viele Möbel oder sonstiges Zubehör. Die Herausforderung bei diesem Projekt besteht darin, die Authentizität des Schauplatzes zu erschaffen indem ich das Original so echt wie möglich nachbaue.
Zuerst begebe ich mich an den Kellerraum. Dieser wird mit einer Steintapete tapeziert und mit meinem Wasser-Acrylbraun-Gemisch alt und staubig gemacht. Auch der Boden wird dunkel gestrichen, damit später hier die Atmosphäre eines düsteren Kellers entsteht.
Außen wird das Haus ebenfalls mit Ziegeltapete beklebt, vor allem müssen ja die beiden Fenster an der rechten Seite verschwinden. Dafür klebe ich sie mit passenden Pappstücken zu und verstecke das Ganze anschließend mit der Tapete. Eine größere Herausforderung wird diese eine Säule an der rechten Seite vom Keller. Was könnte man dafür benutzen? Da es jedes Mal keinem in der Familie unbemerkt bleibt, woran ich tüftele und wonach ich wieder suche, kommt mein Mann plötzlich mit diesem alten 4 Euro-Hocker vom Flohmarkt an. Und siehe da, hier habe ich meine Säulen! Eine davon säge ich heraus und baue sie ein. Sie wird später orange angemalt. Für die anderen 3 finde ich bestimmt irgendwann auch noch Verwendung.
Inzwischen habe ich auch ein passendes Dach aus Pappe zugeschnitten. Für den Schornstein, der aus einer kleinen einfachen Holzkiste ohne Boden besteht, wird ein Loch ins Dach geschnitten, damit man später auch die gebratenen Hühnchen durchangeln kann. Der Kamin wird noch mit Steintapete verschönert und die dünnen hölzernen Dachziegel (aus meinem Vorrat) male ich rot an. Ein stabiles Stück Pappe eignet sich prima zum Ausschneiden des Bogens so wie auch zum leichten Knicken der Kellerwand. Eine illustrierte Darstellung in ein dreidimensionales reales Format umzusetzen, erweist sich nicht immer als ganz so unkompliziert wie man denkt: Auf dem Original-Bild befindet sich die Treppe etwas weiter hinten, die angrenzende Wand mit dem Bogen berührt jedoch die Säule, die ganz vorne im Bild steht. Wie sollte ich das lösen? Ganz einfach, das ist der Grund warum der Fußboden im ersten Stock trapezförmig geworden ist.
Für die Treppe, die einen leichten Bogen macht, schneide ich, ebenfalls aus Pappe, passende Stufen aus und klebe sie mit der Heizklebepistole aneinander. Ich gebe zu, das ist ganz schön knifflig, da sehr wenig Platz zur Verfügung steht und dadurch die Höhe der Stufen genau ausgerechnet werden muss. So kann ich mal sehen, wie aufwendig es auch im echten Leben sein muss, zwei Stockwerke mit einer passenden Treppe zu verbinden. Auch an der Seite wird die Treppe mit Pappstücken zugeklebt. Danach bestreiche ich sie mit Strukturpaste und verpasse ihr mit Acrylfarbe ordentlich graue Schatten, damit sie noch cchter aussieht.
Der Ofen bekommt eine Kachelwand und eine große Abzugshaube; ebenfalls aus Pappe angefertigt.
Aus Bastellehm knete ich vier Brathühnchen. Diese lasse ich lufttrocknen und bemale sie in einer ersten Phase orange an. Danach werden sie mit gelber und brauner Farbe "knusprig" gemacht.
Damit der Schauplatz noch lebendiger wird, soll das Feuer im Herd auch brennen. Dafür baue ich eine rote Flackerbirne mit Batterie in den Steinherd ein und verbinde dieses mit einem An/Aus Schalter an der Außenseite des Hauses. Unserem Kamin im Wohnzimmer entnehme ich ein bisschen originale Asche und kleine verbrannte Holzstücke, damit mache ich das Feuer noch glaubwürdiger.
Es ist kaum zu glauben : diese beiden hinreißenden Sammlerpüppchen Max und Moritz entdecke ich bei ebay tatsächlich fast zeitgleich mit meinem Projekt. Und obwohl ich schon begonnen habe, selber 2 Lausbuben zu gestalten, entscheide ich mich für die Sammlerpüppchen und ersteigere sie.
"Durch den Schornstein mit Vergnügen
sehen sie die Hühner liegen"
Ich gebe zu, ich bin recht stolz auf meinen Kamin, durch den man von oben hindurchsehen und die Hühner auf dem Herd erblicken kann.
Für die Witwe Bolte habe ich eine ältere Souvenir-Puppe genommen. Sie bekommt einen roten Rock und ein grünes Oberteil. Außerdem habe ich ihr das typische Tuch mit dem Knoten auf dem Kopf zurecht gewickelt.
Das Ganze in schwarz/weiß erinnert doch irgendwie an einen dieser alten Zeichentrickfilme, findet Ihr nicht? Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig begeistern mit meiner Idee und Umsetzung von Max und Moritz. Es hat auf jeden Fall großen Spaß gemacht, dieser wundervollen Geschichte Gestalt in Form eines Puppenhauses zu verleihen.
2026
Zwei Jahre nach diesem ersten Max und Moritz Projekt werde ich durch einen lustigen Zufall zu einem weiteren Lausbubenstreich angestiftet. Nämlich genau dann, als ich bei eBay den schlafenden "Onkel Fritz" entdecke und nahezu zeitgleich an einem warmen Mai-Abend draußen im Garten die ersten Maikäfer schwirren sehe. Da wusste ich, dass es an der Zeit war, sich bereit zu machen für den nächsten Coup von Max und Moritz.
Da ruht er, der Onkel Fritz. Zu seinen Füßen sieht man schon den ersten Maikäfer herauskrabbeln.
Für meine Idee, den schlafenden Onkel Fritz in Szene zu setzen, suche ich nach einem Schaukasten, indem ich sein Schlafzimmer darstellen kann. Bei Vinted finde ich ein nahezu perfektes kleines Häuschen mit einem großen Fenster. Es ist super günstig und leer - genau wie ich es haben möchte. So kann ich die Kammer von Onkel Fritz aus dem fünften Streich von Wilhelm Busch, genau so herrichten, wie ich es mir in meiner Fantasie vorstelle. Das Dach lässt sich öffnen und man kann von oben hineinschauen.
In der Original Bildergeschichte sieht man, wie die Maikäfer aus ihrem Versteck herauskrabbeln und Onkel Fritz ärgern. Meine Version hält den Moment fest, wo der erste Käfer am Fuße des Bettes herauskriecht. Max und Moritz haben sich draußen vor dem Schlafzimmer Fenster platziert um genüsslich das Gelingen ihres Streiches mizuverfolgen.
Der kleine Schaukasten hängt in meiner Sammlung über dem Haus der Witwe Bolte. Die beiden Figuren, die man nur von hinten sieht, hatte ich schon damals aus alten Püppchen und Fimo-Knete angefertigt, sie aber nicht benutzt. Was für eine Fügung! Nun konnte ich sie doch gebrauchen.

Ingrid (Donnerstag, 04 Juni 2026 11:30)
Wie toll das Max und Moritz Buch „weiterblättern" zu können � zum zweiten Streich. Du hast die Episode mit wenigen Mitteln so lustig umgesetzt, die Figuren sind super gelungen und man erinnert sich sofort wie es weitergeht, macht richtig Freude
Jacqueline (Dienstag, 02 Juni 2026 03:08)
Liebe Silke,
Von Herzen Gern geschehen! Und vielen Dank, dass du schon wieder am Stöbern bist auf meinen Seiten. Genau solche Menschen wie dich brauche ich, damit ich mir immer wieder neue Ideen ausdenken und motiviert bleiben kann. Wenn mich mal ein Projekt gepackt hat, geht's meistens schnell voran, Wer mit Freude an seine Aufgaben herangeht, ist engagierter und kreativer denn je.
Silke (Montag, 01 Juni 2026 15:25)
Liebe Jacqueline,
das ist eine gelungene Überraschung! Max & Moritz mag ich sehr, obwohl sie so frech sind. Man kann ihnen aber auch nicht wirklich böse sein. Die neue Szene mit Onkel Fritz hat mich zum Schmunzeln gebracht, ich habe das Surren der Maikäfer im Geiste gehört und erst recht das Geschrei von Onkel Fritz. Wie schnell du das wieder hinbekommen hast! Es freut mich riesig und vielen Dank dafür.
Beste Grüße
Silke
eseip (Sonntag, 13 Juli 2025 11:59)
Mit viel Liebe und Mühe! Einfach toll!
Dorothea (Freitag, 04 Oktober 2024)
Max und Moritz, diese beiden, sind ganz sicher zu beneiden,
denn Jacqueline hat sie gefunden und in ihr Kunstwerk eingebunden.
Besser kann man es nicht treffen, will man "lecker Hendl" essen!
Dies ist toll und sehr gelungen, das finden auch die Lause-Jungen.
Und Meister Busch ist amüsiert, so dass er Jac gleich gratuliert.
Dem schließe ich mich freudig an, das ist doch klar, ich bin ihr Fan!!!
Fredry (Donnerstag, 03 Oktober 2024 09:41)
Toll!
Jacqueline (Donnerstag, 03 Oktober 2024 04:13)
Oh Mann! Ihr seid alle so toll. Jeder für sich findet nochmal andere Worte für das Bolte-Haus und macht diese Seite schon am ersten Tag zu einem kleinen Erfolg. Danke, danke und nochmals Danke!
Denise (Donnerstag, 03 Oktober 2024 04:06)
Wahnsinn! Genau wéi am Buch!
SUPER! !!!
Jutta (Donnerstag, 03 Oktober 2024 03:57)
Ja, alles gesagt!
E s i s t g e l u n g e n!! Ich war richtig gespannt auf das Ergenis.
Primissimo! Und, man möchte irgendwie "weiterblättern"....
Nicole (Donnerstag, 03 Oktober 2024 03:29)
Liebe Jacqueline, das Witwe Bolte Haus ist zu schön. Eine ganz wunderbare Idee! Das original Bild ist urig schön. Deine dreidimensionale Umsetzung bringt den Charme der Zeichnung zum Leben. Die Max und Moritz Figuren sind an sich schon schön. Im Verbund mit dem von Dir gebautem Haus werden Sie richtig wertvoll. Es macht richtig Spaß sich die Bilder anzuschauen! Auch Rolf ist begeistert. Herzliche Grüße von Nicole und Rolf.
Oanne (Donnerstag, 03 Oktober 2024 03:22)
Mancher gibt sich viele Müh' Mit dem lieben Federvieh;
Einesteils der [Bastelei] wegen, Welche diese[r] [Kreativkopf] leg[t], Zweitens: weil man dann und wann Einen Braten [angeln] kann;
Drittens aber nimmt man auch Ihre [Talente] zum Gebrauch
In die [Begeisterung] und [das Staunen], Denn man [könnte diese Leitung lauter heraus posaunen]. -
xoxo
Ingrid (Donnerstag, 03 Oktober 2024 03:17)
Sagenhaft !!!
Künstlerisch und handwerklich phantastisch, die Idee sowieso. Interessant auch den Werdegang deines Projektes zu lesen.
Und es ist alles da
die Hühner ohne Kopf und Gurgeln
lieblich in der Pfanne schmurgeln
- super toll modelliert
Witwe Bolte im Keller mit dem Teller
dass sie von dem Sauerkohle
eine Portion sich hole
- die Figur passt genau
Schwupdiwup da wird nach oben
schon ein Huhn heraufgehoben
- Max und Moritz einfach toll, so witzig mit der Angel, das schwebende Huhn
Jacqueline, es ist mega. Es macht sofort gute Laune das anzuschauen